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Ein Jubiläum der besonderen Art: 100 Jahre BRE-AMS


Datum: 01.09.2020
Ein Jubiläum der besonderen Art: 100 Jahre BRE-AMS

1. September 2020| Wer heute an Urlaub, Sonne und Fliegen denkt, macht sich keine großen Gedanken über das eingesetzte Fluggerät. Die heutigen Maschinen sind groß, komfortabel, schnell und sicher. Es gibt Essen und Trinken und auch Toiletten an Bord und zahlreiche Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen kümmern sich um ihre Fluggäste. Das sah vor genau 100 Jahren – als die KLM am 1. September die Strecke Bremen-Hamburg-Amsterdam aufnahm – allerdings noch ganz anders aus. Damals war Fliegen nicht nur für die Piloten, sondern auch für ihre Passagiere ein wirklich großes Abenteuer. Die Verbindung nach Bremen war für KLM deshalb wichtig und wurde so früh in der Firmengeschichte ins Programm genommen, weil dort viele holländische Schiffe mit Waren aus Kolonien des Landes in Südamerika und Asien ankamen.

Stefan Gumuseli, Deutschland-Direktor Air France-KLM: „Wir freuen uns außerordentlich über das 100. Jubiläum von KLM in der Hansestadt. Bremen ist eine der ersten weltweiten und deutschen Städte im Flugplan von KLM überhaupt. Erfreulich ist auch, dass die Nachfrage nach KLM-Flügen dank aller Maßnahmen, die wir zur Sicherheit unserer Passagiere und Mitarbeiter ergriffen haben, wieder steigt – auch ab Bremen.“ Und Elmar Kleinert, Geschäftsführer des Bremen Airport ergänzt: „So ein Jubiläum in Bremen zu feiern ist etwas ganz Besonderes. Und natürlich auch, dass wir mit KLM einen starken und treuen Begleiter an unserer Seite haben und das seit nunmehr 100 Jahren. Die kommerzielle Fliegerei steckte beim damaligen Erstflug immer noch in den Kinderschuhen, aber Bremen war von Anfang an mit dabei und nach der KLM folgten in den zwanziger und dreißiger Jahren andere internationale Fluggesellschaften, die Bremen in ihr Streckennetz aufnahmen.“

Und so feiert KLM Royal Dutch Airlines nur ein Jahr nach ihrem 100. Geburtstag ein weiteres Jubiläum: 100 Jahre am Flughafen Bremen. Die Hansestadt war ab 1. September 1920 Station des „Europa-Nordwestflugs“ von KLM. Diese erste internationale Linienverbindung in Europa verband Bremen mit Kopenhagen, Hamburg, Amsterdam und Rotterdam.

Wie alles begann

Es begann alles damit, dass der Niederländer Albert Plesman einen Traum hatte und diesen auch verwirklichte: er gründete im Oktober 1919 seine eigene Fluggesellschaft in Amsterdam. Allerdings kam dann schon der Winter, sodass es bis zum ersten Flug noch bis in den Mai 1920 dauerte. Der Name der Fluggesellschaft: Koniklijke Luchtvaart Maatschappig, kurz KLM, die wie von selbst den Beinamen „Fliegender Holländer“ bekam. Am 1. September 1920 wurde als zweite Verbindung der KLM überhaupt bereits die Strecke Bremen – Amsterdam aufgenommen und damit war die KLM eine der ersten internationalen Luftfahrtgesellschaften in Bremen. Die erste Strecke ging von Amsterdam nach London. Als Vorbereitung für die neue Flugroute über Bremen gibt es die Geschichte, dass Direktor Albert Plesman Bremen Ende 1919 einen Besuch abstattete. Bei seiner Stippvisite an der Weser wollte er persönlich vor Ort die fliegerischen, verkehrstechnischen und auch organisatorischen Voraussetzungen klären. In Empfang genommen hat ihn damals Staatsrat Dr. Duckwitz, der für die Realisierung des Flughafens in Bremen verantwortlich war. Zu seinem Besuch am Neuenlander Feld brachte Plesman übrigens einen langen und dicken Stock mit – nicht, weil er nicht gut zu Fuß war, sondern als Test für den damaligen Bremer Flughafen. Dieser wurde seit 1913 als „Flugstützpunkt“ vom Bremer Verein für Luftschifffahrt auf dem Neuenlander Feld betrieben. Dort draußen – fernab der damaligen City – gab es eine Flugzeughalle und große Grünflächen. Und hier kam Plesmans Stock ins Spiel. Vor den Augen von Dr. Duckwitz stocherte er immer wieder an diversen Stellen im Boden herum. Denn das was er damals in Bremen sah, gefiel ihm nicht sonderlich: es gab Gräben, Sand, Wiesen und von Entwässerung des Marschlandes keine Spur. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich die gestocherten Löcher sofort mit Wasser füllten. Nachdenklich soll Plesman daraufhin gemurmelt haben „Und hier sollen wir landen?“. Und somit gab Duckwitz dem wichtigen Gast aus den Niederlanden das Versprechen, den Bremer Flughafen zu drainieren.

Fliegen im Jahr 1920

Los ging es also am 1. September 1920 mit dem Linienflug Bremen – Amsterdam. Nur, dass dieser ganz anders ablief, als wir das heute kennen. Es gab keine Buchungsseiten im Internet, keinen Online Check-in und mit zwei Passagieren waren die damaligen Maschinen auch schon voll gebucht. Den Erstflug machte die KLM mit geliehener Maschine und Crew der Deutschen Luft-Reederei. Leider ist nicht genau überliefert, mit welcher Maschine der Flug nun wirklich stattfand. Die Deutsche Luft-Reederei hatte damals umgebaute Kriegsflugzeuge in Diensten wie etwa der AEG J.II oder der LVG C VI. Diese waren nicht nur für den Piloten ohne Dach, sondern auch die Passagiere saßen „im Freien“. Was bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 150 Stundenkilometer zwar nicht allzu schlimm war, aber eben auch nicht sehr angenehm. Aber natürlich kümmerte sich die KLM um ihre Fluggäste und so wurden als damalige Art des Bordservice warme Ledermäntel, Handschuhe, Schals, Schutzhelme und Staubbrillen verteilt. Damit sahen die Passagiere wie Polarforscher aus. Und wenn es besonders kalt war, gab es obendrauf noch eine Wärmflasche kurz vor dem Start und für den kleinen Snack zwischendurch einen Apfel. Glück hatten die damaligen Passagiere, wenn eine De Havilland DH-16 zum Einsatz kam: Hier saß nur noch der Pilot im Freien, die Passagiere aber konnten es sich im Inneren des Flugzeuges bequem machen – mit Heizung. Damals war die De Havilland so ziemlich das komfortabelste Fluggerät auf dem Markt. Das weitgehend aus Holz bestehende, mit Stoff bespannte Flugzeug besaß ein offenes Cockpit für einen Piloten und eine geschlossene Kabine für vier weitere Personen. Da der Pilot im Freien saß, wurde in dieser Zeit auch nur im Frühling, Sommer und im Frühherbst geflogen. Es gab kein Catering an Bord, die Passagiere erhielten lediglich ein Glas Wasser. Nach einer erfolgreichen Anfangsphase wurden die Doppeldecker im April 1921 von den ersten KLM-eigenen Maschinen des Typs Fokker F2 und F3 abgelöst.

1920 hatte die KLM gerade mal 20 Mitarbeiter. Deshalb kümmerte sich der Pilot auch selbst um die Maschine und die Flugvorbereitungen. Und wenn das Gras in Schiphol – und wahrscheinlich auch in Bremen – sehr nass und sumpfig war, standen kräftige Männer bereit, um die Passagiere ans Flugzeug zu tragen. Und dann ging das Abenteuer „Flug“ von Amsterdam nach Bremen auch schon los. Navigation hatte die damaligen Flugzeuge natürlich noch nicht, sodass die Piloten auf Sicht flogen. Als Hilfe dienten ihnen nicht selten Eisenbahnschienen am Boden. Und nach einer überlieferten Anekdote, hatte sich seinerzeit mal ein Passagier darüber beschwert, als das Wetter mit starkem Gegenwind aufwartete, dass die Eisenbahn unter ihnen schneller vorankam, als das Flugzeug. Als Reaktion darauf ordnete Plesman an, dass die Piloten ab sofort nur noch direkt über den Schienen fliegen sollten, sodass die Passagiere die Züge nicht mehr sehen konnten. Ein One-way-Ticket von Bremen nach Amsterdam kostete im Jahr 1921 übrigens ganze 100 Gulden (ca. 45 Euro) und das Return-Ticket 150 Gulden (67 Euro). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wochenlohn eines Arbeiters lag bei 15/20 Gulden (ca. sieben bis neun Euro).

Gut, dass die Luftfahrt in den vergangenen 100 Jahre so rasante Fortschritte gemacht hat und allen Passagieren heute Komfort in der Luft bietet. Heute verbindet KLM die Hansestadt zweimal täglich mit ihrem Drehkreuz Amsterdam-Schiphol. Passagiere aus der Region haben Anschluss zum Streckennetz von KLM, das fast 160 Ziele in der ganzen Welt umfasst.

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