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Tierische Vielfalt

Der Airport als natürlicher Lebensraum

Lebensraum Flughafen

Vielfalt erhalten, Natur schützen

Der Flughafen Bremen gliedert sich landschaftlich in die Bremer Wesermarsch ein und grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Kladdinger Wiesen, das mit seinen weitläufigen Grünflächen auf Marschboden eine besondere Bedeutung für Brut- und Gastvögel darstellt. Auch auf dem Flughafenareal hat sich eine große Biodiversität entwickelt, deren Schutz und Erhaltung sehr hohe Priorität am Flughafen haben. Die großen Grünflächen auf dem Areal bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen einen natürlichen Lebensraum. Die Tiere sollen auf umweltschonende und natürliche Weise von den sicherheitskritischen Flächen rund um die Start- und Landebahnen ferngehalten und auf die Wiesen und Weiden jenseits des Rollfelds gelockt werden. Der Flughafen Bremen hat für seine tierischen Nachbarn zahlreiche Angebote geschaffen, beispielsweise Sicht- und Lärmschutzwände mit Weidenanpflanzungen und ein Wäldchen als Rückzugsmöglichkeit für Vögel und Kleinsäuger.

Ökologische Aufwertung

Der Park links der Weser ist mit einer Größe von rund 240 Hektar die größte Parkanlage Bremens. Seine Entstehung hängt wesentlich mit der Entwicklung des Bremer Airports zusammen: Im Zuge der Start- und Landebahnerweiterung 1989/90 wurde die Ochtum aus Sicherheitsgründen über eine Länge von 5,4 Kilometern nach Westen verlegt. Die Flussumleitung trug maßgeblich zur ökologischen Aufwertung des Parks und zu seiner Weiterentwicklung zwischen Huchting und Grolland bei. Die neu entstandene naturnahe Flusslandschaft mit zahlreichen kleinen Inseln, Deich- und Grünflächen ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und erfreut sich großer Beliebtheit bei Mensch und Tier.

»Rastplatz« Airport

Vogelbeobachtung sichert Flugbetrieb

Seit über 20 Jahren ist Werner Eikhorst für den Bremen Airport in Sachen Vogelzählung unterwegs. Alle 14 Tage zwischen September und Dezember dokumentiert er ausgestattet mit Fernglas, Spektiv und einer Karte die Anzahl und Aufenthaltsorte der Rast- und Gastvögel, die sich auf den Wiesen des Flughafengeländes, an der Ochtum und in den Kladdinger Wiesen aufhalten. Im Frühjahr beobachtet er außerdem regelmäßig die Flugwege und bevorzugten Futterplätze der Graureiherkolonie an der Wolfskuhle. Der selbständige Ornithologe identifiziert die Anzahl der Vogelarten und dokumentiert diese in einer Karte. Am Ende einer Saison werden alle Daten in einem Bericht zusammengefasst. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, ob sich bestimmte Vogelarten vermehrt oder reduziert haben – für den Flughafen enorm wichtige Informationen, um die Sicherheitsvorschriften auf den Flugbetriebsflächen unter Wahrung des Umweltschutzes einzuhalten.

Guten Pflug

Umweltschonende Landwirtschaft

am Neuenlander Feld

<div class="legend"><span>Holger Nöhrnberg</span><br>Der Diplom-Agrarwissenschaftler ist seit 2001 für den Airport im Einsatz</div>

Etwa zwei Drittel des 315 Hektar großen Flughafengeländes bestehen aus Grünfläche. Um die umweltgerechte Bewirtschaftung der weitläufigen Wiesen kümmert sich Diplom-Agrarwissenschaftler Holger Nöhrnberg. Er sorgt mit Traktor und Grünlandstriegel für eine umweltschonende Bewirtschaftung des Flughafenrasens. Gemäht wird – mit Ausnahme von einigen kleineren Flächen – einmal im Jahr zwischen Juli und August.

Langgrasbewirtschaftung schützt die Vögel

Das Gras wird bewusst lang gelassen, sodass die Vögel keine freie Sicht auf ihre Beute haben und die Gegend um die Start- und Landebahn bei ihrer Futtersuche meiden. Diese Langgrasbewirtschaftung ist ein gutes Beispiel für den umweltverträglichen Umgang mit der Sicherheit am Flughafen. Beim Mähen, das aus Technik- und Sicherheitsgründen zumeist nachts erfolgt, weiß Holger Nöhrnberg trotz Dunkelheit, welche sensiblen Flächen für die Sendertechnik ausgespart werden müssen. Der anfallende Grasschnitt wird gepresst – etwa 1.500 Rundballen à 400 bis 600 Kilogramm ergibt das pro Jahr. Diese werden an Kühe auf dem Hof Nöhrnberg verfüttert oder an andere Kleinbauern der Region weiterverkauft.

Ein halbes Jahrhundert im Dienste des Flughafens

Der Flughafen-Jäger

<div class="legend"><span>Hermann Dierks</span><br>Seit über 50 Jahren am Airport tätig: Der Flughafenjäger mit Hund Benny.</div>

So gut wie er kennt den Flughafen Bremen wohl kaum jemand: Hermann Dierks  arbeitet bereits seit über 50 Jahren für den Airport. 1963 begann er hier seine Schreinerlehre, später wurde er Schichtleiter bei der Flughafen-Feuerwehr, die Abteilung Bauhof leitete er 15 Jahre. Und noch immer ist er fast täglich mit seinem Jagdhund Benny auf dem Gelände unterwegs. Als Hermann Dierks vor über zehn Jahren in Rente ging, kam Ruhestand für ihn nicht in Frage. Also übernahm er die Funktion des Flughafenjägers. Während seiner Kontrollfahrten beobachtet er den Vogelbestand auf dem Betriebsgelände und unterstützt den Flughafen bei der Vogelschlagverhütung.

Fleißige Völker für den Flughafen

<div class="legend"><span>Norbert Tilger</span><br>Der leidenschaftliche Honig- und Bestäubungsimker hat selbst riund 20 Bienenstöcke.</div>

Im Frühjahr 2014 wurden zehn Bienenvölker mit jeweils rund 40.000 bis 60.000 Tieren auf dem Flughafengelände angesiedelt. Die in Deutschland unter dem Namen »Dunkle Biene« bekannte »Apis mellifera mellifera« ist die einzige Bienenart, die ursprünglich in Mitteleuropa heimisch ist. Durch die Zucht anderer Bienenrassen ist dieses Wildtier jedoch vom Aussterben bedroht. Der Flughafen Bremen leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Rettung und Wiedereinführung dieser Biene. Die Bienenstöcke wurden am südwestlichen Rand des Airportgeländes aufgestellt.

Beste Bedingungen für die Dunkle Biene

Der Bremen Airport ist in eine Landschaft  eingebettet, die ideale Standortbedingungen für die Dunkle Biene bietet. Denn bei ihren Rundflügen bedienen sie sich nicht nur bei den Wildkräutern und Weiden auf dem Flughafengelände. Aufgrund des gut vier Kilometer großen Flugradius’ zählen auch Blumen und Bäume der angrenzenden Gärten zu ihren Zielen.

Süßes Souvenir

Die Bienenvölker sind jeweils in der Zeit von April bis Oktober aktiv. So machen die fleißigen Untermieter den Flughafen zum Honigproduzenten. Der jährliche Ertrag liegt bei über 80 Kilogramm. Nach einer obligatorischen Qualitätsprüfung im Labor wird der Honig in handgepäckfreundliche 60-Gramm-Gläser gefüllt. Zusätzlich sind die Bienenvölker auch eine zusätzliche Station bei den Besucherführungen auf dem Bremen Airport. Denn: Es ist wichtig, dass die Bienen den Menschen näher gebracht werden. Insekten sind unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht.